Eine Person sitzt am Tisch, auf dem ein Laptop steht, und steckt hinter sich ein Ladegerät in die Steckdose.

Quelle: Marko Cvetkovic - iStock

Energie und Bauen

Mitarbeiter lächelt frontal in die Kamera

Quelle: Gert Baumbauch vzbv

Florian Munder
Leiter Team Energie und Bauen

Die Bundesregierung sollte die Stromsteuer für die privaten Haushalte senken, wie sie es im Koalitionsvertrag versprochen hat. Die Zuschüsse zu den Übertragungsnetzentgelten reichen nicht aus, um Verbraucher:innen zu entlasten.

Die wichtigsten Erfolge 2025

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Menschen, die Strom oder Gas aus der Grundversorgung beziehen, werden künftig besser vor Energiesperren geschützt.

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Verbraucher:innen können ab dem 1. Juni 2026 selbst erzeugten Strom leichter mit ihren Nachbar:innen teilen.

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Die Bundesregierung plant, die Preisaufsicht auf dem Fernwärmemarkt zu stärken. Dadurch würden die Preise transparenter und stärker kontrolliert.

Strompreis endlich auch für Verbraucher:innen senken

Verbraucher:innen in Deutschland zahlen einen der höchsten Strompreise in Europa. Die Bundesregierung will die Stromsteuer laut Koalitionsvertrag senken. Bislang hat sie das trotz gesellschaftlichen Drucks nur für die Wirtschaft umgesetzt. Im Sommer 2025 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einen Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten angekündigt. Davon würde aber erneut vor allem die Wirtschaft profitieren, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert. Damit Verbraucher:innen spürbar entlastet werden, sollte die Bundesregierung die Strompreisumlagen sowie die Stromsteuer endlich auch für private Haushalte senken.

Preise für Fernwärme weiterhin zu intransparent

Fernwärmepreise sind für Verbraucher:innen immer wieder eine Blackbox. Laut einer Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands im Oktober 2024 sind knapp zwei Drittel der befragten Fernwärmekund:innen (64 Prozent) für eine öffentliche Preisaufsicht. Das bekräftigt ein Gutachten, das der Verbraucherzentrale Bundesverband beauftragt und bei den Berliner Energietagen im April 2025 vorgestellt hat. Das Gutachten zeigt deutliche Defizite in der Regulierung von Wärmenetzen. Begleitend dazu hat der Verbraucherzentrale Bundesverband einen Marktcheck zu den Fernwärmepreisen durchgeführt, der eine große Preisspanne zeigt. Notwendig ist eine Novellierung der Fernwärmeverordnung, sodass die Preise für Fernwärme für Verbraucher:innen bezahlbar und transparent sind.

Infografik mit dem Titel "Fernwärme: Mehrheit für öffentliche Preisaufsicht. Mehr als sechs von zehn der befragten Fernwärmekund:innen sprechen sich dafür aus, dass die Bundesregierung eine öffentliche Preisaufsicht einführt." Quelle: Bevölkerungsrepräsentative Onlinebefragung (17.-24. Oktober 2024) von eye square im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Basis: 222 Fernwärmekund:innen.

Kosten für Transformation der Gasnetze nicht Verbraucher:innen auflasten

Mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland heizt derzeit mit Gas. Im Zuge der Energiewende wird der Gasverbrauch jedoch deutlich zurückgehen, während die Kosten für den Betrieb der Gasnetze weitgehend bestehen bleiben. Dadurch droht den verbleibenden Gaskund:innen eine finanzielle Mehrbelastung. Die Bundesregierung muss die notwendigen Vorkehrungen treffen, um das zu verhindern. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat den dazu im Dezember 2025 vorgelegten Gesetzentwurf begrüßt. Nachbesserungsbedarf gibt es allerdings bei der Planungspflicht für die Netzbetreiber, dem Schutz privater Haushalte und der Regelung der Finanzierung. 

Daran arbeitet der Verbraucherzentrale Bundesverband

  • Digitalisierung der Energiewende: Vorteile für Verbraucher:innen schaffen, etwa indem sie mit dynamischen Tarifen von günstigen Strompreisen profitieren
  • Verbraucher:innen vor Kostenfallen beim Heizungstausch schützen
  • Gasnetze so transformieren, dass Gas für private Haushalte bezahlbar bleibt
  • Sozialen Ausgleich für den CO2-Preis im Europäischen Emissionshandel für Heizen und Mobilität schaffen
  • Reform der Netzentgeltsystematik: Netzkosten fair zwischen unterschiedlichen Verbrauchergruppen verteilen

Marktbeobachtung Energie

Svenja Gesemann

Quelle: vzbv / Gert Baumbach

Svenja Gesemann
Leiterin Team Marktbeobachtung Energie

Dynamische Tarife und digitale Lösungen sind wichtig, damit die Energiewende gelingt. Wir machen sichtbar, wo Verbraucher:innen auf Hürden stoßen, damit Politik und Unternehmen handeln und Teilhabe für alle Menschen möglich wird.

Probleme mit dynamischen Stromtarifen im Blick

Dynamische Tarife sollen es Verbraucher:innen ermöglichen, von Schwankungen am Strommarkt zu profitieren. Seit 2025 müssen Stromlieferanten die Tarife anbieten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband untersucht regelmäßig, wie das in der Praxis funktioniert und wertet dafür Berichte von Verbraucher:innen aus. Probleme gibt es unter anderem mit Preisgarantien, nicht ausgewiesenen Preisbestandteilen auf Rechnungen oder fehlenden Angaben bei Preiserhöhungen. In mehreren Fällen hat der Verbraucherzentrale Bundesverband juristische Schritte eingelegt.

Über Smart Meter können Verbraucher:innen ihren Energieverbrauch digital und jederzeit ablesen. Seit 2025 gibt es das Recht auf den Einbau des Geräts. In der Praxis läuft die Umsetzung durch die Anbieter bisher allerdings nur schleppend. Die Nutzungsmöglichkeiten für Verbraucher:innen sind dadurch noch eingeschränkt.

Ärger wegen am Telefon untergeschobenen Strom- und Gasverträgen

Telefonisch untergeschobene Verträge gehören seit Jahren zu den Hauptbeschwerdegründen bei Strom und Gas. Das liegt auch daran, dass Anbieter Maßnahmen, wie die Pflicht zur schriftlichen Bestätigung, immer wieder umgehen. Im Herbst 2025 hat der Verbraucherzentrale Bundesverband Beschwerden zu telefonisch untergeschobenen Verträgen unter anderem auch im Energiebereich ausgewertet und als Fallsammlung zusammen mit der Forderung nach der Einführung einer Bestätigungslösung veröffentlicht. | Mehr erfahren auf der Seite Recht und Handel

Infografik mit dem Titel "TOP 3 Verbraucherbeschwerden im Energiebereich. (1) 4.093 Beschwerden über unverständliche Stromrechnungen. (2) 3.341 Beschwerden über untergeschobene Stromverträge. (3) 2.310 Beschwerden über nicht nachvollziehbare Verbrauchshöhen bei Strom. Basis: 45.579 Beschwerden mit Bezug zum Bereich Energie im Jahr 2025.

Diese Themen hat der Verbraucherzentrale Bundesverband aktuell besonders im Blick

  • Hindernisse beim Smart Meter-Rollout
  • Probleme mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen und Wallboxes
  • Abschaltung von Gasanschlüssen im Zuge der Transformation der Gasnetze
  • Energiearmut
  • Laufendes Monitoring der Energiepreise bei Strom, Gas und Fernwärme

Projekt „Energieberatung"

Der Alltag ist teurer geworden. Verbraucher:innen merken das unter anderem an den Energiepreisen. Über Möglichkeiten, Energie zu sparen, berät seit 1978 die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Auch zu Fragen rund um moderne Heizungstechniken, Dämmung und erneuerbare Energien steht die Energieberatung den Verbraucher:innen zur Seite. Sie ist mit rund 1.000 Expert:innen an nahezu 900 Standorten vor Ort, telefonisch und online vertreten. Im Jahr 2025 fanden rund 212.000 Beratungen statt. Schwerpunkte lagen dabei besonders auf den Themen Heizungstausch und dem Vergleich von Wärmepumpenangeboten. Die Wirkung der Energieberatung lässt sich in Zahlen bemessen: Im Jahr 2025 konnten durch die in den Beratungen empfohlenen Maßnahmen 5,8 Terawattstunden Energie sowie 2,1 Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden.

Seit 2021 erhebt die Energieberatung die Preise für Heiztechnik. 2025 sind die Preise um 6 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr (2024: Anstieg um 8 Prozent) ist der Preisanstieg leicht zurückgegangen. Während die Preise für eine Erdwärmepumpe mit Erdkollektor um 8 Prozent zulegten, verteuerten sich Gasheizungen gar nicht.

Infografik mit dem Titel "Energieberatung der Verbraucherzentrale wirkt" und Zahlen zu 2025: 211.989 Beratungen bundesweit; 5,8 Terrawattstunden eingesparte Energie; 2,1 Mio. Tonnen eingespartes CO2; fast 1.000 Energieberater:innen im Einsatz. Quelle: Energieberatung der Verbraucherzentrale. Zeitraum: 1. Januar bis 31. Dezember 2025.

Neues Tool ermöglicht kostenlosen Wärmepumpen-Angebotsvergleich

Der Einbau einer Wärmepumpe ist eine kostspielige Anschaffung. Seit 2025 gibt es ein neues Angebot der Energieberatung, das Verbraucher:innen die Wahl des Angebots erleichtern soll. Mit dem Wärmepumpen-Angebotsvergleich können bis zu drei Angebote verglichen werden. Verbraucher:innen reichen die Angebote ein und können dann kostenlos telefonisch oder per Video von Energieberater:innen eine Einschätzung erhalten. Und noch eine Neuerung ist 2025 hinzugekommen: Ab sofort können Wohneigentumsgemeinschaften über verbraucherzentrale-energieberatung.de ihre Bedarfe übermitteln und erhalten dann eine speziell darauf zugeschnittene Beratung.

Da sich der Wärmepumpen-Angebotsvergleich und die Beratung von Wohnungseigentümer-gemeinschaften großer Beliebtheit erfreuen, werden sie 2026 fortgeführt. Darüber hinaus soll die Energieberatung der Verbraucherzentrale im Rahmen von One-Stop-Shops sichtbarer werden. Das sind zentrale Anlaufstellen für alle an Gebäuderenovierungen beteiligten Akteure. 

Jahresbericht 2025 des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Redaktionsschluss: März 2026