Eine Frau kämmt einer Seniorin die Haare, die in einem Sessel sitzt.

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Gesundheit und Pflege

Thomas Moormann

Quelle: Gert Baumbach - vzbv

Thomas Moormann
Leiter Team Gesundheit und Pflege

Die anstehenden Reformen im Gesundheits- und Pflegebereich werden nur dann gelingen, wenn die Politik sie konsequent von den Patient:innen und den Ergebnissen her denkt und ausgestaltet.

Die wichtigsten Erfolge 2025

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Online-Terminbuchungsplattformen sollen geprüft werden: Dafür hat sich die Datenschutzkonferenz ausgesprochen und das Bundesministerium der Gesundheit hat angekündigt, sich näher mit den Plattformen zu beschäftigen.

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Die Bundesregierung hat einen Entwurf für den Zukunftspakt Pflege vorgelegt, der Pflegebedürftigen eine flexiblere und unbürokratischere Nutzung ambulanter Pflege ermöglichen soll.

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Die erste Einsicht in die Behandlungsakte wird künftig kostenlos sein und muss den Patient:innen unverzüglich gewährt werden.

Pflegereform: Versorgung verbessern, Finanzierung sichern

Pflege betrifft Millionen Menschen in Deutschland – sei es als Pflegebedürftige oder Angehörige. Steigende Kosten und Versorgungslücken sorgen immer wieder für Probleme. Es ist gut, dass die Bundesregierung mit dem Zukunftspakt Pflege eine Reform plant. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat hierfür Vorschläge gemacht. Dazu gehört etwa, den pflegebedingten Eigenanteil zu deckeln und ein Notfallbudget für Krisensituationen zu schaffen. Zudem wird ein Finanzausgleich zwischen der sozialen und der privaten Pflegeversicherung benötigt, um die Finanzierungslasten fairer zu verteilen und das Solidarprinzip zu stärken. Leider bleibt das Eckpunktepapier, das die eingesetzte Bund-Länder-AG zur Reform Ende 2025 veröffentlicht hat, deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das Papier enthält lediglich Optionen und bleibt unverbindlich. Der Verbraucherzentrale Bundesverband wird sich weiter für konkrete Verbesserungen für die Pflegebedürftigen einsetzen.

Elektronische Patientenakte an Bedürfnissen der Patient:innen ausrichten

Alle Gesundheitsdaten an einem Platz: Das verspricht die elektronische Patientenakte (ePA). Nachdem Ende 2024 verschiedene Sicherheitslücken der ePA öffentlich wurden, ist sie 2025 verzögert gestartet. Nach einer Pilotphase wurde sie am 29. April bundesweit eingeführt. Verschiedene Befragungen zeigen, dass Verbraucher:innen nicht genug über die ePA informiert wurden. Nur wenige nutzen die ePA, unter anderem weil ihnen aktuell der Mehrwert fehlt. Zudem können Patient:innen derzeit nicht hinreichend genau einstellen, wer welche Inhalte einsehen darf. Die Bundesregierung muss die ePA so nachbessern, dass sie den Bedürfnissen der Verbraucher:innen entspricht. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, dass Abrechnungsdaten, die Aufschluss über sensible Diagnosen geben können, künftig nur von den Patient:innen einsehbar sind.

Alternativen zur Online-Terminbuchung notwendig 

Arzttermine lassen sich über Plattformen, wie Doctolib und Jameda, recht bequem buchen. Eine Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands 2025 zeigt allerdings deutliche Mängel bei der Nutzerfreundlichkeit der Plattformen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband setzt sich deshalb dafür ein, Patient:innen alternative Wege der Terminbuchung zu ermöglichen. Die Bundesregierung sollte Arztpraxen dazu verpflichten, auch eine telefonische Terminvereinbarung anzubieten. 2026 hat der Verbraucherzentrale Bundesverband zudem ein Urteil gegen Doctolib zu dessen Filterfunktionen erzielt. | Mehr erfahren zur Untersuchung der Online-Terminbuchungsplattformen auf der Seite Digitales und Medien

Infografik mit dem Titel: "Telefonische Krankschreibung entlastet alle". Die Mehrheit der Befragten, die eine telefonische Krankschreibung erhalten haben, brauchte im Anschluss keine (Video-)Sprechstunde mehr. Arztpraxen wurden so um Millionen Patientenbesuche entlastet. Quelle: Internetrepräsentative Onlinebefragung (21.-31. Oktober 2025) von eye square im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Basis: 274 Befragte, die eine telefonische Krankschreibung in Anspruch genommen haben.

Daran arbeitet der Verbraucherzentrale Bundesverband

  • Gesetzliche Krankenversicherung durch Reform stabilisieren und Solidarprinzip stärken
  • Pflege zu fairen Bedingungen finanzierbar machen
  • Elektronische Patientenakte weiterentwickeln, sodass sie Patient:innen einen echten Mehrwert bietet sowie Datenschutz und -sicherheit gewährleistet sind
  • Ambulante ärztliche Versorgung stärker am Bedarf der Verbraucher:innen ausrichten

Jahresbericht 2025 des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Redaktionsschluss: März 2026