Bundestagswahl und Koalitionsvertrag

Ob Lebensmittelpreise, Deutschlandticket oder Online-Shopping: Mit der Bundestagswahl 2025 und den anschließenden Koalitionsverhandlungen wurden wichtige Weichen für den Verbraucheralltag gestellt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat rund um die Wahl auf die Probleme der Menschen aufmerksam gemacht und Lösungen präsentiert, die ihren Alltag besser machen.

4 Menschen stehen sich in den Armen haltend zusammen; ihre Blicke sind nach vorne (für den:die Betrachter:in nicht sichtbar) abgewandt; eine Person dreht sich zum:zur Betrachter:in um

Quelle: iStock/ Katleho Seisa

Stärkt alle: Verbraucherschutz

Als im Februar 2025 ein neuer Bundestag gewählt wurde, standen für die Menschen ganz konkrete Alltagssorgen wie steigende Lebenshaltungskosten, unzuverlässige Busse und Bahnen oder Schwierigkeiten mit Online-Shops im Vordergrund. Genau hier setzte der Verbraucherzentrale Bundesverband mit seiner Kampagne zur Wahl an. Die klare Botschaft: Wer den Alltag der Menschen verbessern will, muss den Verbraucherschutz stärken.

Infografik mit der Überschrift "Politik: Verantwortung hoch, Vertrauen niedrig". Während der Großteil der Verbraucher:innen die Verantwortung zum Schutz ihrer Interessen bei der Politik sieht, vertraut ihr in diesem Bereich nur gut jede:r Fünfte. Quelle: Bevölkerungsrepräsentative Telefonbefragung (1.-12. September 2025) von forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Basis: 1.503 Personen ab 14 Jahren.

60 Ideen für einen besseren Alltag

Im Rahmen der Kampagne präsentierte der Verbraucherzentrale Bundesverband gemeinsam mit seinen Mitgliedern Ideen, wie ein besserer Verbraucheralltag aussehen kann. Dazu gehören zum Beispiel ein zuverlässiger Nahverkehr, mehr Schutz beim Online-Shopping oder eine gut funktionierende Gesundheitsversorgung. Mit insgesamt 60 konkreten Vorschlägen hat der Verband gezeigt, dass guter Verbraucherschutz einen Unterschied macht und allen zugutekommt. Gerade in unsicheren Zeiten bietet Verbraucherschutz Sicherheit und sorgt dafür, dass niemand aus dem Blick gerät.

Wofür sich der Verbraucherzentrale Bundesverband stark gemacht hat

  • Gute Ernährung zu fairen Preisen: Preise für Lebensmittel sind stark gestiegen. Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung wird dadurch schwieriger. Wie die Preise entstehen, bleibt oft unklar. Deshalb braucht es eine unabhängige Preisbeobachtungsstelle.
  • Bezahlbare Energie aus sicheren Netzen: Hohe Energiepreise belasten Verbraucher:innen. Durch die Energie- und Wärmewende könnte sich das Problem verschärfen. Energie muss bezahlbar bleiben. Der Strompreis für private Haushalte sollte deutlich sinken.
  • Zuverlässige und günstige Busse und Bahnen: Verspätungen, schlechte Taktung und verschmutzte Fahrzeuge machen den ÖPNV wenig attraktiv. Die Qualität von Bus und Bahn muss deutlich verbessert und das Deutschlandticket langfristig erhalten werden.
  • Sicheres und faires Shopping: Auf Online-Marktplätzen werden immer wieder unsichere Produkte angeboten – mit gefährlichen Folgen. Die Plattformen müssen stärker in die Verantwortung genommen werden, um Verbraucher:innen besser zu schützen.

Mehr erfahren zur Arbeit des Verbraucherzentrale Bundesverbands zur Bundestagswahl 2025

Verbraucherschutz im Koalitionsvertrag

Viele der Themen, für die sich der Verbraucherzentrale Bundesverband zur Bundestagswahl 2025 stark gemacht hat, haben Einzug in den Koalitionsvertrag von Union und SPD gehalten. Insgesamt hat der Verbraucherzentrale Bundesverband darin 100 verbraucherpolitische Vorhaben gefunden, die Einfluss auf den Alltag der Verbraucher:innen haben. Positiv hervorzuheben ist zum Beispiel der Erhalt des Deutschlandtickets oder die umfassende Reform der privaten Altersvorsorge. Gleichzeitig gibt es auch Leerstellen bei den Plänen von Schwarz-Rot. Insbesondere die hohen Lebensmittelpreise und das Thema gesunde Ernährung kommen im Koalitionsvertrag zu kurz. Hier muss die neue Bundesregierung nachsteuern. Union und SPD stehen nun in der Verantwortung, für spürbare Verbesserungen im Alltag der Menschen zu sorgen. Sie sollten stärken, was alle stärkt: Verbraucherschutz.

Ausgewählte verbraucherpolitische Erfolge im Koalitionsvertrag

  • Durch die Bestätigungslösung für telefonisch abgeschlossene langfristige Verträge sollen Verbraucher:innen besser vor untergeschobenen Verträgen geschützt werden.
  • Das Deutschlandticket soll langfristig gesichert werden und Verbraucher:innen einen bezahlbaren und attraktiven Zugang zum ÖPNV ermöglichen.
  • Die Reform der privaten Altersvorsorge soll es Verbraucher:innen künftig einfacher und lukrativer machen, selbst fürs Alter vorzusorgen.
  • Mit der Senkung der Stromsteuer sollen Verbraucher:innen bei den Energiekosten finanziell entlastet werden.
  • Ein Verbot von manipulativen und süchtig machenden Designs im Internet soll Verbraucher:innen online besser schützen.
  • Durch eine umfassende Pflegereform soll Pflege für Verbraucher:innen dauerhaft bezahlbar bleiben.

Verbraucherpolitisches Forum auf der Grünen Woche 2025

Bühne beim Forum des Verbraucherzentrale Bundesverbands auf der Grünen Woche

Quelle: vzbv

Forum des Verbraucherzentrale Bundesverbands auf der Grünen Woche: Zuschauer:innen sitzen und hören zu; eine Zuschauerin steht und hält ein Mikrofon in der Hand.

Quelle: vzbv

Forum des Verbraucherzentrale Bundesverbands auf der Grünen Woche: Empfangstresen der Veranstaltung

Quelle: vzbv

Forum des Verbraucherzentrale Bundesverbands auf der Grünen Woche: Menschen stehen in einem Foyer an Stehtischen und unterhalten sich

Quelle: vzbv

Verbraucherschutz im Supermarkt 

Im Supermarkt sollte Verbraucher:innen die Möglichkeit gegeben werden, regional, fair und nachhaltig einzukaufen. Doch steigende Preise, unklare Kennzeichnungen und fehlende Auswahl erschweren einen bewussten Einkauf. Einen Monat vor der Bundestagswahl diskutierte der Verbraucherzentrale Bundesverband auf der Grünen Woche gemeinsam mit Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über faire Preise und die Macht der großen Lebensmittelkonzerne. Die Forderung auf dem verbraucherpolitischen Forum war eindeutig: Die Politik muss handeln, damit gesundes Essen für alle bezahlbar bleibt. | Mehr erfahren auf vzbv.de

Wie verbraucherfreundlich wurden die Vorhaben umgesetzt? Der Verbraucherzentrale Bundesverband bleibt dran und zeigt mit dem Verbraucherpolitik-Check, was aus den Ankündigungen geworden ist. | Mehr erfahren auf vzbv.de

Jahresbericht 2025 des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Redaktionsschluss: März 2026