Ein junger Mann sitzt vor dem Sofa auf dem Boden mit dem Laptop auf dem Schoß und einer Geldkarte in der Hand.

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Finanzmarkt

Dorothea Mohn - vzbv

Quelle: Gert Baumbach / vzbv

Dorothea Mohn
Leiterin Team Finanzmarkt

Eine Reform der privaten Altersvorsorge muss allen Verbraucherinnen und Verbrauchern nutzen und nicht nur denjenigen dienen, die sich gut am Finanzmarkt auskennen. Sie muss dafür sorgen, dass alle gut fürs Alter zusätzlich vorsorgen können.

Wichtigster Erfolg 2025

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Das Bundesministerium der Finanzen hat einen Vorschlag für die Reform der privaten Altersvorsorge vorgelegt. Im März 2026 hat der Bundestag dem Gesetz zugestimmt, mit dem nun auch ein staatlich organisiertes Standardprodukt umgesetzt werden muss. Es bringt wesentliche Verbesserungen für Verbraucher:innen, um kostengünstig und renditestark fürs Alter vorzusorgen.

Besserer Schutz bei Online-Krediten notwendig

Immer wieder berichten Verbraucher:innen von Betrug oder Manipulation bei Online-Krediten. 2025 hat die Verbraucherzentrale 55 Prozent mehr Beschwerden zu Verbraucherdarlehen im Vergleich zum Vorjahr erfasst. Gleichzeitig plant die Bundesregierung, die Aufnahme von Online-Krediten zu erleichtern: per Klick und ohne digitale Unterschrift. Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert das und fordert höhere Schutzstandards. Es sollte weiterhin eine (digitale) Unterschrift notwendig sein, um einen Kredit abzuschließen. Zudem muss die Entscheidung, wer einen Kredit bekommt, nachvollziehbar sein. Dabei sollte eine Prüfung sicherstellen, dass der Kredit auch zurückgezahlt werden kann. 

Restschuldversicherung: Verbraucher:innen vor unfreiwilligen Abschlüssen schützen 

Wer einen Kredit aufnimmt, bekommt mitunter eine Restschuldversicherung mit angeboten. Sie soll in Fällen wie Jobverlust oder Krankheit absichern. Immer wieder sind diese Versicherungen aber überteuert und kommen der versprochenen Leistung nicht nach. Seit 2025 müssen Anbieter nach der Kreditvergabe sieben Tage warten, bevor sie eine Restschuldversicherung anbieten dürfen. Die Kreditwirtschaft will die Regelung wieder abschaffen. Der Verbraucherzentale Bundesverband fordert, an ihr festzuhalten. Durch die Wartefrist können Verbraucher:innen ohne Druck entscheiden, ob sie eine Restschuldversicherung abschließen wollen. Statt zum Abschluss einer Versicherung gedrängt zu werden, können sie selbst recherchieren, ob eine zusätzliche Absicherung tatsächlich notwendig ist – und welche zu ihren Bedürfnissen passt. 

Verbraucher:innen haben klare Erwartungen an digitalen Euro

Die EU arbeitet derzeit an der Einführung des digitalen Euros. Verbraucher:innen erwarten vom neuen Zahlungsmittel, dass es nutzerfreundlich, sicher und kostengünstig oder kostenfrei ist. Das zeigt eine gemeinsame Studie von European Consumer Organisation (BEUC), Euroconsumers und International Consumer Research & Testing (ICRT) aus dem Frühjahr 2025. Der Verbraucherzentrale Bundesverband setzt sich – auch als Mitglied von BEUC – dafür ein, dass der digitale Euro verbraucherfreundlich gestaltet wird.

Infografik mit dem Titel: "Hürden bei Barzahlung vorhanden". Drei von zehn Befragten konnten im letzten halben Jahr mindestens einmal nicht bar zahlen, weil die Barzahlung nicht angeboten wurde. Quelle: Internetrepräsentative Onlinebefragung (21.-31. Oktober 2025) von eye square im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Basis: 1.000 Internetnutzer:innen ab 16 Jahren.

Daran arbeitet der Verbraucherzentrale Bundesverband

  • Verbraucherfreundliche Zahlungsmittel: Bargeld sichern und digitalen Euro nutzerfreundlich gestalten
  • Schutz vor Kontobetrug stärken
  • Auskunfteien so regulieren, dass Bonitäts-Scores fair, nachvollziehbar und korrekt sind
  • Allen Verbraucher:innen eine bezahlbare, sinnvolle private Altersvorsorge ermöglichen
  • Elementarschadenversicherung: Verbraucher:innen umfassend gegen Klimarisiken absichern

Marktbeobachtung Finanzmarkt

Dorina Wilhelm

Quelle: Gert Baumbach - vzbv

Dorina Wilhelm
Leiterin Team Marktbeobachtung Finanzmarkt

Wir beobachten immer mehr Betrugsfälle im Finanzbereich. Die Betrugsmaschen sind teilweise so ausgefeilt, dass Verbraucher:innen sie nur schwer erkennen können. Anbieter müssen im Schadensfall schnell erreichbar sein und kompetent helfen.

Überschuldungsrisiken bei Krediten

Kredite können Verbraucher:innen helfen, finanzielle Herausforderungen zu stemmen. Sie können aber auch zur Belastung werden und zu Überschuldung führen – insbesondere bei Kleinstkrediten wie „Buy now, pay later“. Das legen Fallbeispiele aus der Schuldnerberatung nahe, die im Oktober 2025 vom Verbraucherzentrale Bundesverband veröffentlicht wurden. Die Fälle verdeutlichen auch,, wie schnell der Überblick über getätigte Ausgaben verloren gehen kann. Faktoren, die zur Überschuldung beitragen sind unter anderem: fehlende Prüfung der Ein- und Ausgaben sowie finanzieller Verpflichtungen im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung, fehlende Bestimmung zur Identifikation der Kreditnehmer:innen beim Vertragsabschluss, hohe Kosten beim Zahlungsverzug sowie intransparente Darstellung der verbliebenen zu zahlenden Summe. 

Prämiensparen: Banken und Sparkassen kommen Verpflichtungen nicht ausreichend nach

Banken und Sparkassen haben Verbraucher:innen teils jahrzehntelang bei Prämiensparverträgen zu geringe Zinsen gezahlt. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) im Juli 2024 bestätigt. Die Finanzinstitute müssen die zu wenig gezahlten Beträge nun zurückzahlen, kommen dem in der Praxis aber immer wieder nur ungenügend nach. Das zeigt eine Auswertung der Reaktionen von knapp 300 Banken und Sparkassen, die der Verbraucherzentrale Bundesverband im März 2025 durchgeführt hat. Demnach lehnen Banken und Sparkassen die Zinsnachberechnung immer wieder mit dem Grund ab, das Urteil sei nicht allgemeingültig. In anderen Fällen sind die Neuberechnungen der Zinsen fehlerhaft und weisen zu geringe Nachzahlungsbeträge auf.

Neue Betrugsmasche über WhatsApp-Gruppen

WhatsApp-Gruppen, die in vermeintlich lukrative Geldanlagen locken sollen: Davon berichten Verbraucher:innen immer wieder. Betrüger:innen nutzen die Gruppen, um mit angeblicher Expertise Vertrauen aufzubauen und dadurch an das Geld der Gruppenmitglieder zu kommen. Im Juni 2025 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Warnung vor der WhatsApp-Masche herausgegeben. Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband hat zusammen mit den Verbraucherzentralen eine Warnung vor betrügerischen WhatsApp-Gruppen veröffentlicht.

Infografik mit dem Titel: "TOP 3 Verbraucherbeschwerden im Finanzbereich: (1) 2.489 Beschwerden über Zinsanpassungen bei Sparanlagen. (2) 1.102 Beschwerden über Betrug im Grauen Kapitalmarkt. (3) 1.028 Beschwerden über Preiserhöhungen/ Beitragssteigerungen bei Kranken- oder Pflegeversicherungen. Basis: 31.624 Beschwerden mit Bezug zum Bereich Finanzen im Jahr 2025.

Diese Themen hat der Verbraucherzentrale Bundesverband aktuell besonders im Blick

  • Verbrauchererfahrungen mit dem Kundenservice, zum Beispiel bei Neobanken, die ihren Service ausschließlich online anbieten
  • Betrugsmaschen bei Geldanlagen, beim Zahlungsverkehr und beim Kreditabschluss
  • Probleme mit der Riesterrente
  • Identitätsprüfung bei Zahlungsdienstleistern

Jahresbericht 2025 des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Redaktionsschluss: März 2026