„Der souveräne Umgang mit digitaler Technik darf keine Frage des Alters sein.“

Gastbeitrag von Dr. Regina Görner, Vorsitzende der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen

Portrait Dr. Regina Görner, Vorsitzende der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen

Quelle: BAGSO/Sachs

Die Digitalisierung prägt inzwischen fast alle Bereiche unseres Lebens. So ist digitale Teilhabe eine Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Mehrere Millionen ältere Menschen haben jedoch keinen Zugang zum Internet oder fühlen sich unsicher im Umgang mit digitaler Technik. Wer „offline“ ist, droht, außen vor zu bleiben – bei günstigen Bahntarifen, Bankgeschäften oder Facharztterminen. 

Die BAGSO macht sich deshalb stark dafür, dass ältere Menschen die Chancen der Digitalisierung nutzen und mit ihren Risiken umgehen können. Mit Projekten wie dem „DigitalPakt Alter“ bauen wir bundesweit ein Netzwerk von Erfahrungsorten auf. Hier können Ältere in wohnortnahen Angeboten Smartphone und Tablet ausprobieren. Unser Projekt „Digital-Kompass“ bietet gezielte Unterstützung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen an und schult ehrenamtliche „Internetlotsen“.

Ein neuer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf dem Aufbau eines Kompetenznetzwerks Künstliche Intelligenz (KI) & Alter. Damit wollen wir alltagsnahe KI-Anwendungen und Beteiligungsformate fördern, die älteren Menschen eine informierte und selbstbestimmte Nutzung von KI ermöglichen. 

Es braucht aber auch klare Rahmenbedingungen der Politik und der Wirtschaft: Digitalisierung darf kein Zwang sein. Daher setzt sich die BAGSO für das Recht auf analoge Teilhabe ein: so muss der Zugang zu staatlichen Leistungen und zur Grundversorgung auch ohne Internet sichergestellt bleiben.

Digitale Anwendungen auf Smartphones, Tablets und anderen mobilen Endgeräten müssen die Bedürfnisse und Lebensrealitäten älterer Menschen berücksichtigen. Deshalb müssen Bedienoberflächen inklusiv gestaltet sein. Verbraucherschutz für Ältere bedeutet hier: Nur einfache Technik macht unser aller Leben leichter. Dazu ist es wichtig, ältere Menschen in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. 

Verbraucherschutz und Seniorenpolitik müssen hier an einem Strang ziehen, damit Digitalisierung nicht ausgrenzt, sondern verbindet. Die BAGSO und der Verbraucherzentrale Bundesverband sind gegenüber Politik und Wirtschaft gewichtige Stimmen in der Interessenvertretung älterer Menschen und aller Verbraucherinnen und Verbraucher, wenn es um Themen wie digitale Teilhabe, bezahlbares und altersgerechtes Wohnen oder Mobilität geht.

Dr. Regina Görner
Vorsitzende der BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen

Die BAGSO e.V. vertritt als "Stimme der Älteren" die Interessen der älteren Generationen in Deutschland. Sie setzt sich für ein aktives, selbstbestimmtes und möglichst gesundes Älterwerden in sozialer Sicherheit ein. In der BAGSO sind mehr als 120 Vereine und Verbände der Zivilgesellschaft zusammengeschlossen. ǀ bagso.de

Jahresbericht 2025 des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Redaktionsschluss: März 2026