Shopping 4.0

Shoppen in der App oder chatten mit dem Kundenservice-Bot: Wie wir heute einkaufen, ist untrennbar mit der Digitalisierung verbunden. Der Online-Handel wächst rasant durch neue Tools, den Einsatz Künstlicher Intelligenz und die Auswertung von Nutzungsdaten. So geht Shopping immer einfacher, schneller und personalisierter – aber zu welchem Preis?

Zwei Senior:innen sitzen zusammen vor einem Laptop.

Quelle: FG Trade - iStock

Für mehr Verbraucherschutz auf Online-Marktplätzen

Über Online-Marktplätze werden immer wieder Produkte verkauft, die den Regeln in der EU nicht entsprechen. Solche Produkte können für Verbraucher:innen zum Sicherheitsrisiko werden – etwa, wenn sie für Kinder verschluckbare Kleinteile enthalten oder eine erhöhte Brandgefahr aufweisen. Im Juni 2025 wurde der Verbraucherzentrale Bundesverband von der Bundesnetzagentur als Trusted Flagger zugelassen. In dieser Funktion meldet er illegale Produkte und Verstöße gegen das Verbraucherrecht an Online-Plattformen, sodass diese schneller dagegen vorgehen können. Ziel ist es, digitale Marktplätze für Verbraucher:innen sicherer zu machen. Zu seiner Tätigkeit als Trusted Flagger hat der Verbraucherzentrale Bundesverband im März 2026 eine erste Bilanz veröffentlicht. Der Verband hat von Juni 2025 bis Dezember 2025 auf 13 verschiedenen Plattformen Inhalte gemeldet. Dazu gehört zum Beispiel Werbung für einen Unterwäsche-Fakeshop auf Facebook. Oder irreführende Werbung mit falschen Gesundheitsversprechen: Auf Instagram warb etwa ein Post dafür, dass „alle Krankheiten über den Darm geheilt werden können“.

Produkte aus Drittstaaten kommen in der EU jeden Tag millionenfach an. Auch sie müssen EU-Vorgaben entsprechen. Notwendig sind eine klare Verantwortung der Betreiber von Online-Marktplätzen sowie eine Stärkung von Zoll und Marktüberwachung. Um zu verdeutlichen, dass bei der Produktsicherheit Verbraucherschutz und fairer Wettbewerb zusammengehören, hat der Verbraucherzentrale Bundesverband 2025 zusammen mit dem Handelsverband Deutschland und der Deutschen Steuergewerkschaft ein Positionspapier veröffentlicht. Die Bundesregierung hat den Aktionsplan E-Commerce veröffentlicht, in dem sich wichtige Positionen des Verbraucherzentrale Bundesverbands wiederfinden. Dieser soll den Schutz vor unsicheren und gefährlichen Produkten im Online-Handel stärken. Zudem hat die Europäische Kommission Pläne für mehr Produktsicherheit im Online-Handel vorgelegt.

Infografik mit dem Titel "Mehr Verbraucherschutz im Internet notwendig". Über die Hälfte der Befragten fühlt sich im Bereich Internet und Digitalisierung eher nicht gut oder gar nicht geschützt. Quelle: Bevölkerungsrepräsentative Telefonbefragung (1.-12. September 2025) von forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Basis: 1.503 Personen ab 16 Jahren.

Google und Meta tun nicht genug gegen Fakeshops

Immer wieder haben Verbraucher:innen Ärger mit Fakeshops: Laut einer Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands im September 2025 ist nahezu jede:r achte Online-Shopper:in (12 Prozent) in den vergangenen zwei Jahren auf einen Fakeshop reingefallen. Grund dafür kann auch Werbung sein, die Fakeshops schalten und Verbraucher:innen so auf sich aufmerksam machen. Eine Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands von 653 Fakeshops aus dem Herbst 2025 zeigte, dass die Hälfte der Seiten (50 Prozent) über Google oder Meta wirbt. Laut EU-Regelungen müssen Online-Plattformen und Suchmaschinen Risiken erkennen und verringern, die durch ihr Geschäftsmodell entstehen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband setzt sich dafür ein, dass die Europäische Kommission die bestehenden Regeln konsequent anwendet, um Verbraucher:innen besser vor Fakeshops zu schützen. | Mehr erfahren zur Digitalpolitik des Verbraucherzentrale Bundesverbands auf der Seite Digitales und Medien

Online-Bewertungen nicht transparent genug

Wer online shoppt, greift auch auf Kundenbewertungen zurück, um sich für ein Produkt zu entscheiden. Aber nicht immer ist klar, ob die Bewertungen echt sind. Von April bis Juli 2025 haben der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Verbraucherzentralen 462 Webseiten geprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd: Über ein Viertel der Anbieter (26 Prozent) haben unzureichend darüber informiert, nach welchen Kriterien sie Bewertungen prüfen. Die Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband haben diese Anbieter daraufhin abgemahnt. 

Verbraucher:innen besser vor Überschuldung schützen

„Buy now, pay later“ wird beim Online-Shopping immer wieder ganz oben als Zahlungsart angeboten. Dabei besteht allerdings die Gefahr der Überschuldung. Das zeigen Fallbeispiele aus Schuldnerberatungen, die der Verbraucherzentrale Bundesverband im Oktober 2025 veröffentlicht hat. | Mehr dazu und wofür sich der Verbraucherzentrale Bundesverband gegenüber der Bundesregierung einsetzt, um Verbraucher:innen besser bei solchen Krediten zu schützen, auf der Seite Finanzmarkt

Ob Fakeshops, untergeschobene Verträge oder manipulative Designs: Beim Online-Shopping stehen Verbraucher:innen immer wieder vor Problemen. Was dabei ihre Sorgen sind und welche Probleme konkret auftauchen, zeigt der Verbraucherreport 2025. | Mehr erfahren zum Verbraucherreport auf vzbv.de

Jahresbericht 2025 des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Redaktionsschluss: März 2026