Eine Frau steht im Supermarkt vorm Regal und schaut prüfend auf ein Produkt, das sie in der Hand hält.

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Lebensmittel

Christiane Seidel

Quelle: Gert Baumbach - vzbv

Christiane Seidel
Leiterin Team Lebensmittel

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung darf keine Frage des Geldbeutels sein. Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass die gesunde Wahl die einfache und eine für alle bezahlbare ist.

Die wichtigsten Erfolge 2025

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Ein Sondergutachten der Monopolkommission hat belegt, dass bei den Lebensmittelpreisen mehr Transparenz notwendig ist. Nun müssen politische Maßnahmen für fairere Preise folgen.

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Die Bundesregierung hat angekündigt, die Tierhaltungskennzeichnung auf die Außer-Haus-Verpflegung auszuweiten.

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Ein Gutachten des Verbraucherzentrale Bundesverbands hat verdeutlicht, dass Verbraucher:innen eine Ernährungspolitik wollen, die dafür sorgt, dass es einfach ist, sich gesund zu ernähren.

Mehr Transparenz bei Lebensmittelpreisen schaffen

Die hohen Preise für Lebensmittel belasten Verbraucher:innen. Laut einer Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands von November 2025 müssen sich 45 Prozent der Verbraucher:innen aufgrund der gestiegenen Lebensmittelpreise beim Lebensmitteleinkauf einschränken. Die Preissteigerungen sind nicht immer nachvollziehbar: Ein Gutachten der Monopolkommission hat 2025 bestätigt, dass mehr Daten notwendig sind, um die Preissteigerungen zu überprüfen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband setzt sich dafür ein, eine Preisbeobachtungsstelle einzurichten.

Infografik mit dem Titel: "Hohe Preise schränken Lebensmitteleinkauf ein". Mehr als vier von zehn müssen sich aufgrund der gestiegenen Lebensmittelpreise beim Lebensmitteleinkauf einschränken. Quelle: Bevölkerungsrepräsentative Telefonbefragung (12.-14. November 2025) von forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Basis: 1.002 Personen ab 18 Jahren.

Ein besonderes Ärgernis im Zusammenhang mit Preissteigerungen sind Mogelpackungen. Darüber versuchen Hersteller, weniger Inhalt oder Änderungen an der Rezeptur zu verstecken. Im Dezember 2025 hat der Verbraucherzentrale Bundesverband eine Befragung veröffentlicht, laut der 76 Prozent der Verbraucher:innen sich schon einmal gegen ein Produkt entschieden haben, weil sie den Eindruck hatten, es sei eine Mogelpackung. Notwendig ist eine EU-weite, einheitliche Kennzeichnung von Mogelpackungen.

Gesunde Ernährung muss leichter werden

Jede:r sollte sich gesund ernähren können – ohne großen Aufwand und unabhängig vom Geldbeutel. Um das zu fördern, widmet sich der Verbraucherzentrale Bundesverband zusammen mit den Verbraucherzentralen und seinen Mitgliedsverbänden dem Thema Gesunde Ernährung 2025 und 2026 vertieft als Verbandsthema. Zu den Schwerpunkten „Pflanzliche Proteine“, „Gesunde Wahl zur leichten machen“ und „Gemeinschaftsverpflegung und Ernährungsbildung“ wurden Positionspapiere erarbeitet, die 2026 veröffentlicht werden. Zur Veröffentlichung des ersten Papiers, zu Pflanzenproteinen, fand im Februar 2026 ein digitales Fachgespräch mit Politiker:innen und Expert:innen statt.

Klare und einfache Kennzeichnung für Fleischersatzprodukte beibehalten

Ob „Tofu-Steak“ oder „Seitan-Hühnchen“: Vegane und vegetarische Produkte hießen bislang oft wie das Fleischprodukt, das sie ersetzen. Das Europäische Parlament hat im Herbst 2025 beschlossen, solche Bezeichnungen zu verbieten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat den Beschluss kritisiert, da die angelehnten Bezeichnungen bei der Orientierung helfen. 

Tierhaltungskennzeichnung erweitern und Kontrollsystem einführen

Auf tierischen Produkten sollte erkennbar sein, wo sie herkommen und wie die Tiere gehalten werden. Die Einführung der verpflichtenden Tierhaltungskennzeichnung wurde mehrfach verschoben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert, die verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung neben Schweinen auf weitere Tierarten wie Rind und Geflügel sowie verarbeitete Produkte auszuweiten und begrüßt die geplante Ausweitung auf die Außer-Haus-Verpflegung. Zudem ist ein staatliches Kontrollsystem für Tiergesundheit und -schutz notwendig, damit die Kennzeichnung auch zu besseren Haltungsbedingungen führt.

Werbung für Nahrungsergänzungsmittel strenger regulieren

Werbung für Nahrungsergänzungsmittel begegnet Verbraucher:innen in ihrem Alltag immer wieder. Eine Studie im Auftrag des Projekts Lebensmittelklarheit aus 2025 hat gezeigt, dass knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent) Nahrungsergänzungsmittel als eine Art natürliches Arzneimittel einstufen, obwohl es sich um Lebensmittel handelt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband setzt sich für strengere Regeln bei der Bewerbung der Mittel ein. 

Daran arbeitet der Verbraucherzentrale Bundesverband

  • Transparenz bei Lebensmittelpreisen sicherstellen
  • Mogelpackungen EU-weit einheitlich kennzeichnen
  • Tierhaltungskennzeichnung auf weitere Tierarten erweitern und Umsetzung kontrollieren
  • Gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen fördern
  • Werbung für Nahrungsergänzungsmittel strenger regulieren

Projekt „Lebensmittelklarheit"

Ob Mogelpackungen oder unverständliche Kennzeichnungen: Wenn Verbraucher:innen durch den Supermarkt laufen, begegnen ihnen immer wieder Lebensmittel, über die sie sich wundern oder ärgern. Auf dem Portal „Lebensmittelklarheit.de“ können Verbraucher:innen Produkte melden, durch deren Kennzeichnung oder Aufmachung sie sich getäuscht fühlen. Das Portal beschäftigt sich mit Meldungen, die sich im rechtlichen Graubereich einer irreführenden Kennzeichnung befinden. Die Fachredaktion des Projekts „Lebensmittelklarheit“ wertet die Fälle aus, konfrontiert die Hersteller und veröffentlicht alle Informationen zu der Produktmeldung auf dem Portal. Das führt in knapp vier von zehn Fällen (in 33 von 84 Fällen) dazu, dass Anbieter die Produktinformation anpassen – so eine Erhebung des Projekts aus dem Jahr 2023. In anderen Fällen leitet der Verbraucherzentrale Bundesverband teils juristische Schritte ein, um gegen Unternehmen vorzugehen. 

Auf Lebensmittelklarheit.de finden Verbraucher:innen umfangreiche Informationen zur Lebensmittelkennzeichnung und können Fragen einreichen. 1,51 Millionen Mal wurde das Portal 2025 aufgerufen; Verbraucher:innen reichten insgesamt 735 Produktmeldungen ein und stellten 333 Fragen. Bei 42 Prozent der Produktmeldungen konnte die Fachredaktion die Kritik der Verbraucher:innen nachvollziehen und bereitete die Kennzeichnungsproblematik zur Veröffentlichung im Portal Lebensmittelklarheit.de auf. Seit 2025 ist das Projekt auf dem Instagram-Kanal des Verbraucherzentrale Bundesverbands aktiv und veröffentlicht dort unter anderem Produktmeldungen und Neuigkeiten zur Lebensmittelkennzeichnung.

Zwei Marktchecks bringen Licht in Kennzeichnung von Gewürzprodukten und Tee

Immer wieder führt das Projekt „Lebensmittelklarheit“ Marktchecks zu einer bestimmten Produktgruppe durch. 2025 ging es um Gewürzprodukte und um Tee. Von den 22 untersuchten Gewürzprodukten suggerierten 15 durch ihren Namen, ein Gewürz oder eine Gewürzmischung zu sein. Tatsächlich handelte es sich dabei aber um minderwertigere Gewürzzubereitungen, Gewürzsalze oder Würzmischungen. Der zweite Marktcheck hat Tees mit gesundheitsbezogenen Aussagen untersucht. Das Ergebnis: 34 Tees warben gesundheitsbezogen. Bei den meisten Tees (21 von 34) waren Vitamine, Mineralstoffe oder Melatonin zugesetzt, um mit gesundheitsbezogenen Angaben werben zu dürfen. Knapp jeder achte Tee (4 von 34) warb sogar krankheitsbezogen. Krankheitsbezogene Werbung ist bei einem Tee, der nicht als Arzneitee verkauft wird, verboten. In einer 2025 veröffentlichten Studie untersuchte das Projekt außerdem, inwieweit Verbraucher:innen Werbeversprechen für Nahrungsergänzungsmittel glauben.

Das Projekt „Lebensmittelklarheit“ wird vom Es ist das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gefördert. Der aktuelle Förderzeitraum läuft vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2028. Eine Fortsetzung ist geplant.

Jahresbericht 2025 des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Redaktionsschluss: März 2026