Eine Lehrerin erklärt zwei Kindern etwas an einem Tablet.

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Verbraucherbildung

Anke Wolf

Quelle: Gert Baumbach - vzbv

Anke Wolf
Kommissarische Leiterin Team Verbraucherbildung

Die Auszeichnung Verbraucherschule stärkt als einziges bundesweites Angebot die unabhängige Verbraucherbildung in Schulen. Ohne dauerhafte Finanzierung würde dieser wichtige Hebel verloren gehen.

Die wichtigsten Erfolge 2025

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag vorgenommen, das Netzwerk und die Auszeichnung Verbraucherschule weiterhin zu fördern.

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Die Bildungsministerkonferenz hat die zwölf Jahre alte Empfehlung zu Verbraucherbildung an Schulen grundlegend aktualisiert und damit an aktuelle Herausforderungen angepasst.

Jahresbericht 2024 / Häkchen Erfolge (weiß)

Knapp 1.000 junge Menschen haben sich in Workshops der „Verbraucherchecker“ mit Verbraucherschutzthemen beschäftigt.

Verbraucherschule im Koalitionsvertrag

Schulen tragen entscheidend dazu bei, Kinder und Jugendliche aufs Leben vorzubereiten. Um das zu stärken, zeichnet der Verbraucherzentrale Bundesverband seit 2015 besonders engagierte Schulen im Bereich Verbraucherbildung als „Verbraucherschulen“ aus. Für die Auszeichnung haben sich im Jahr 2025 zahlreiche Schulen beworben – 121 von ihnen werden den Titel Verbraucherschule 2026 erhalten. Mit ihren Maßnahmen haben sie rund 68.400 Schüler:innen erreicht – so viele wie noch nie. Über die Auszeichnung hinaus vernetzt der Verbraucherzentrale Bundesverband bundesweit Lehrkräfte und stärkt Kompetenzen in der Verbraucherbildung. 2025 fanden sieben Online-Fortbildungen zu Themen wie Fake News oder Risiken beim Online-Shopping statt. Daran nahmen insgesamt 330 Personen teil. Ende des Jahres reisten 24 Lehrkräfte von Verbraucherschulen und Multiplikator:innen auf Einladung der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland nach Brüssel. Bei der Exkursion ging es um europäische Verbraucherthemen und um die Frage, wie sie im Unterricht vermittelt werden können. 

Die Verbraucherschule ist bundesweit einzigartig. Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, sie weiter zu fördern. 2026 stehen dank des Engagements von Parlamentarier:innen Mittel zur Verfügung, um das Angebot aufrechtzuerhalten. Doch um es darüber hinaus zu sichern, ist eine dauerhafte Finanzierung aus dem Bundeshaushalt nötig.

Zeitgemäße Grundlage für starke Alltagsbildung an Schulen 

Der Alltag wird zunehmend komplexer: Jeden Tag gilt es, eine Vielzahl von Entscheidungen zu treffen – und dabei immer mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Das spüren auch Kinder und Jugendliche. Es ist daher wichtig, dass sie frühzeitig Alltagswissen erlangen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat es begrüßt, dass die Bildungsministerkonferenz 2025 eine aktualisierte Empfehlung zu Verbraucherbildung an Schulen veröffentlicht hat, und gemeinsam mit den Verbraucherzentralen Impulse in die Überarbeitung eingebracht. Die neue Empfehlung ist eine gute, zeitgemäße Grundlage, um die Alltagsbildung an Schulen zu stärken. Nun sind die Länder am Zug: Sie müssen Vorgaben und Richtlinien entwickeln, um Verbraucherbildung flächendeckend an Schulen zu etablieren. 

Mehr als 600 geprüfte Unterrichtsmaterialien im Materialkompass

Verbraucherbildung sollte unabhängig und qualitativ hochwertig sein – ohne Werbung und Einflussnahme, aber mit umfassenden Inhalten und geeigneten Methoden. Um Lehrkräfte bei der Recherche zu unterstützen, gibt es den Materialkompass: eine Datenbank für unabhängig geprüfte Unterrichtsmaterialien. 2025 gingen 72 neue, von unabhängigen Gutachter:innen geprüfte Unterrichtsmaterialien online. Damit standen Ende 2025 insgesamt 638 Materialien zur Verfügung – die meisten aus dem Bereich Medien, gefolgt von Materialien zu Nachhaltigkeit und zur Finanzbildung. | Mehr erfahren unter materialkompass.de 

Infografik mit dem Titel: "Materialkompass: Qualität von Unterrichtsmaterial". Der Großteil aller Unterrichtsmaterialien im Materialkompass (75 Prozent) ist mit gut oder sehr gut bewertet. Quelle: Bewertungen zu Unterrichtsmaterialien im Materialkompass www.materialkompass.de (Stand: November 2025). Basis: 638 Unterrichtsmaterialien.

Daran arbeitet der Verbraucherzentrale Bundesverband

  • Finanzierung des Netzwerks und der Auszeichnung Verbraucherschule dauerhaft sichern
  • Feierliche Auszeichnung der 121 Verbraucherschulen 2026
  • Mit neuer Handreichung „So macht Schule stark für den Alltag“ Schulen dabei unterstützen, Verbraucherbildung in der Schulentwicklung zu verankern
  • Materialkompass kontinuierlich um unabhängig geprüfte Unterrichtsmaterialien erweitern
  • Rolle der Verbraucherbildung für präventiven Verbraucherschutz von Kindern und Jugendlichen sichtbar machen
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Projekt „Verbraucherchecker"

Woran erkenne ich Fakeshops? Welche Lebensmittel-Siegel bedeuten was? Und was ist dran an Finanztipps auf Social Media? Um solche Alltagsfragen geht es im Projekt „Verbraucherchecker“. Das Projekt macht junge Menschen fit für den Alltag. Vom Projektteam ausgebildete Trainer:innen gehen bundesweit an Schulen und andere Lernorte und geben für junge Menschen ab 15 Jahren kostenfreie Workshops. Teilnehmende erwerben Kompetenzen zum Verbraucherschutz und können ihr Wissen danach mit anderen teilen. 

Hohe Nachfrage nach Verbraucherchecker-Workshops

2025 wurde das Bildungsprogramm um zwei neue Workshops zu Künstlicher Intelligenz und Fast Fashion ergänzt. Mit insgesamt 974 Workshop-Teilnehmenden wurde die angestrebte Zahl von 800 deutlich übertroffen. Seit dem Projektstart 2024 haben somit mehr als 1.600 junge Menschen an Verbraucherchecker-Workshops teilgenommen. In acht Trainer:innen-Ausbildungen wurden 2025 insgesamt 117 neue Trainer:innen ausgebildet. Um möglichst vielen Interessierten Zugang zum Bildungsprogramm zu ermöglichen, hat das Projektteam ein niedrigschwelliges Online-Format entwickelt, das 2026 umgesetzt wird: Jeden Monat lernen Interessierte einen Workshop der Verbraucherchecker kennen. Ziel des Formats ist es, dass (angehende) Lehrkräfte die Workshops künftig eigenständig umsetzen können.

Gruppenbild von Schüler:innen, die für den Projekttag „Verbraucherschutz“ im Verbraucherzentrale Bundesverband zu Gast waren.

Quelle: vzbv

Gruppenbild von Schüler:innen, die für den Projekttag „Verbraucherschutz“ im Verbraucherzentrale Bundesverband zu Gast waren.

Quelle: vzbv

Von Finfluencer:innen bis zu bewusstem Modekonsum: Breite Themenpalette im Projekt

Finfluencer:innen geben auf Social Media Finanztipps. Welche Bedeutung sie für die Finanzbildung haben, diskutierten am 8. April 2025 Expert:innen und Fachpublikum beim Dialogforum der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz. Mit dabei waren auch Verbraucherchecker-Trainer:innen und zwei Schüler:innen, die an einem Verbraucherchecker-Workshop teilgenommen haben.

Knapp drei Monate später lud das Projekt Schüler:innen aus Berlin und Brandenburg zu einem Projekttag „Verbraucherschutz“ in den Verbraucherzentrale Bundesverband ein. Um den neuen Workshop „Style mit Haltung: Bewusster Konsum im Kleiderschrank“ kennenzulernen, waren im September und Oktober 2025 außerdem drei Schulklassen aus Berlin im Verbraucherzentrale Bundesverband zu Gast.

Jahresbericht 2025 des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Redaktionsschluss: März 2026